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Eine Tasse Tee auf dem Tisch

GUT ZU WISSEN

Die Dienstleistungen der Galerie Kistler endet nicht beim Verkauf der Teppiche und Flachgewebe. Wir haben viele Tipps auf Lager, wie ein Objekt gepflegt und behandelt werden will. Hier erfahren Sie mehr.

Heimauwahl
DIE HEIMAUSWAHL

 

Wissen Sie, dass Sie bei uns Ihren Wunschteppich unverbindlich in aller Ruhe zuhause ausprobieren können? Dies ist eine für uns selbstverständliche Voraussetzung, um Ihnen Ihre Wahl zu erleichtern. Die Wahl eines Teppichs ist nicht eine nüchterne Anschaffung über Preis und Gegenwert. Jeder Orientteppich hat seine ganz bestimmte Ausstrahlung, die entsprechende Emotionen und Stimmungen auslöst. Bei Ihnen soll er die Einrichtung ergänzen und den Raum mitbestimmen. Wie er wirkt, kann nur vor Ort getestet werden. Der Teppich muss buchstäblich im richtigen Licht gesehen werden.

 

Der Ablauf einer Heimauswahl kann so aussehen: Sie kommen zu uns und bringen im Idealfall die Minimum- und Maximum-Masse des gesuchten Teppichs mit. Konkrete Vorstellungen über seine Art brauchen Sie noch nicht zu haben. Wenn Sie offen sind für Neues und Unbekanntes, erweitert sich auch der Spielraum für Ideen und Inspirationen. Schon die Vorwahl kann ein Vergnügen sein.

 

Nachdem Sie Ihre Ausgangslage grob umrissen haben (Masse, Einrichtungsstil, Verwendungszweck, Art des Bodens), gehen wir mit Ihnen in aller Ruhe das in Frage kommende Sortiment durch. Erfahrungsgemäss schälen sich nach mehrmaligem "Durchblättern" der aufeinander liegenden Teppiche die persönlichen Favoriten heraus. Nun wird ein Termin vereinbart. Wir bringen die Teppiche zu Ihnen. Zuhause wählen Sie den "Sieger“.  Natürlich stehen Ihnen unsere BeraterInnen mit Erfahrung und Rat zur Seite. Auch mit tatkräftiger Unterstützung etwa beim Verrücken der Möbel.

 

Sollte der für Ihr Heim oder Büro passende Teppich nicht dabei sein, weil ein Detail nicht berücksichtigt oder unterschätzt wurde, ist ein zweiter Anlauf kein Problem. Meist sind jetzt die Wünsche klarer abgesteckt. Bei der Heimauswahl ist uns kein Aufwand zu gross, geht es doch um eine Anschaffung, die für viele Jahre oder gar Jahrzehnte die ästhetische Grundstimmung Ihres Raumes prägen wird. Auf diese Weise macht der Kauf eines Orientteppichs nicht nur Spass, sondern wird zu einem persönlichen Erlebnis. Nehmen Sie sich die Zeit dafür.    

                                                                    

Als weitere Serviceleistungen bieten wir Expertisen nach einheitlichen Verbandsrichtlinien,  Reparaturen, Restaurationen, Reinigung und Mottenbehandlung. Für Auskünfte stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.

ERSTE HILFE BEI FLECKEN

 

Bei aller Sorgfalt: Ein kleines Malheur ist schnell passiert. In den meisten Fällen können Sie sich selber helfen. Grundsätzlich gilt: Lassen Sie den Flecken nie eintrocken. Je frischer er ist, desto besser ist er zu reinigen. Nehmen Sie auf, was noch nicht in den Teppich eingedrungen ist. Nicht reiben! Bei Flüssigkeiten benutzen Sie einen Lappen, Schwamm, saugfähige Papiertücher oder Watte. Dickflüssiges (Saucen, Schlagrahm etc.) heben Sie mit einem Spachtel oder Messerrücken sorgfältig ab. Versuchen Sie es zuerst ohne Fleckenmittel. Vieles lässt sich mit einer Feinwaschlauge entfernen.

 

Müssen Sie ein Reinigungsmittel anwenden, so reinigen Sie nie im Kreis, sondern immer im Quadrat. Der Teppich darf nicht nass werden. Reinigen Sie nicht örtlich begrenzt, sondern auslaufend. Arbeiten Sie von aussen nach innen, damit der Fleck nicht noch grösser wird. In der folgenden Liste sind die geeigneten Massnahmen bei den häufigsten Fleckenarten zusammengefasst:

 

  • Bier: auftupfen, lauwarme Feinwaschlauge, anschliessend lauwarmes Wasser oder Teppichschaum auftragen und sofort mit Papiertüchlein aufnehmen.

  • Blut: auftupfen, kaltes Wasser, ev. Feinwaschlauge, wenn nötig mit Teppichschaum nachbehandeln.

  • Ei: feuchte Reste auftupfen, lauwarme Lauge eines Einweichmittels, anschliessend warmes Wasser oder Teppichschaum auftragen und sofort wieder aufnehmen.

  • Fett, Öl, Butter: Fleckenwasser oder Teppich-Fleckenreiniger, ev. mit Teppichschaum nachbehandeln.

  • Fett- und Lippenstift: Spiritus, anschliessend Feinwaschlauge oder mit  Teppich- Fleckenreiniger besprühen und auftupfen.

  • Gras: Spiritus, anschliessend lauwarme  Feinwaschlauge.

  • Kaffee, Tee, Schokolade: auftupfen, Mineralwasser nature, mit Papiertüchlein auftupfen, ev. mehrmals wiederholen.

  • Kaugummi: Kaugummi-Entferner oder längere Zeit Plastikbeutel mit Eis oder Trockeneis auf den Fleck legen, gefrieren lassen, dann mit dem  Messerrücken zerstossen und abkratzen.

  • Kerzenwachs: mit Löschpapier ausbügeln, anschliessend mit Fleckenwasser oder Teppich-Fleckenreiniger besprühen und auftupfen, ev. mit Teppichschaum nachbehandeln.

  • Likör: auftupfen, Feinwaschlauge evtl. Fleckenwasser oder Teppich-Fleckenreiniger und mit Teppichschaum nachbehandeln.

  • Milch, Rahm, Tomatensauce: auftupfen, Seifenlauge, anschliessend warmes Wasser, Fettspuren mit Fleckenwasser nachbehandeln oder mehrmals mit Teppichschaum behandeln, jeweils sofort auftupfen.

  • Obst: auftupfen, verdünnter Salmiakgeist oder Feinwaschlauge, mit Essigwasser nachspülen; oder Teppich-Fleckenreiniger, ev. mit Teppichschaum nachbehandeln.

  • Rotwein: auftupfen, mit Weisswein neutralisieren, Salz, Zitronensaft, anschliessend Feinwaschlauge, mit warmem Wasser nachbehandeln oder Teppichschaum auftragen und sofort auftupfen.

  • Russ, Teer: Fleckenwasser oder Reinbenzin, anschliessend Feinwaschlauge und warmes Wasser oder Teppich-Fleckenreiniger aufsprühen, auftupfen, ev. mehrmals wiederholen, mit Teppichschaum nachbehandeln

  • Urin: auftupfen, siebenprozentige Essiglösung, anschliessend Feinwaschlauge und warmes Wasser oder Teppichschaum auftragen und sofort mit Papiertüchlein auftupfen.

PFLEGE UND REINIGUNG

 

Jeder Teppich, der während Jahren Freude machen soll, braucht seine Pflege. Vor allem gute Orientteppiche bedürfen einer besonders liebevollen und sachgemässen Behandlung, verkörpern sie doch gleichzeitig materielle und künstlerische Werte.

 

Es gibt zwei Extreme, die beide gleichermassen falsch sind: zu wenig Pflege und übertriebene Sorgfalt. Beides kann einen Teppich töten. Die Teppichpflege zuhause muss massvoll aber konsequent sein. Selbstverständlich müssen Sie die Pflege auf die Beanspruchung abstimmen. Zum Entfernen von Bröseln und Fusseln ist eine weiche Teppichbürste am besten geeignet. Den Staubsauger sollten Sie pro Woche höchstens zweimal einsetzen. Verwenden Sie beim Saugen keine Bürsten, sondern nur glatte Düsen, und fahren Sie immer in Florrichtung über den Teppich. Für handgeknüpfte Teppiche ist es ausserdem besser, wenn Sie sie nicht schütteln oder klopfen. Beseitigen Sie Flecken immer möglichst schnell. Von Zeit zu Zeit wird natürlich jeweils eine intensivere Reinigung, eine Teppichwäsche oder chemische Trockenbehandlung nötig.   

 

Wann sie angebracht ist, sehen Sie an hellen Partien und an den Fransen. Wir raten Ihnen jedoch da von ab, solche Reinigungen ohne den Rat des Fachmanns auszuführen, denn Material und Farbstoffe bedingen je nach Teppich spezifische Reinigungsmittel. Greifen Sie nicht einfach zum Teppichshampoo, denn dieses entzieht der Wolle das schmutzabweisende Fett. Resultat: Der Teppich muss immer öfter gereinigt werden. Selbstverständlich stehen wir Ihnen für Auskünfte und Reinigungsprobleme jederzeit zur Verfügung.

 

Viele Gebrauchsschäden können leicht verhindert werden: poröse Pflanzentöpfe oder Luftbefeuchter gehören auf eine wasserfeste Unterlage mit Abstand zum Boden (z.B. auf zwei kleine Holzleisten), Stühle auf Gleitnägel und schwere Möbelstücke auf Untersätze. Unter Möbeln, die auf einem Sockel stehen, kann ein Teppich ersticken.

Vorsicht beim Betreten mit Strassenschuhen: Scharfkantige Sand- und Steinpartikel zerstören die Wollfasern, und selbst saubere Gummisohlen reissen am Flor und beschädigen ihn.

 

Lassen Sie sich von uns auch über die geeignete Teppichunterlage informieren: Diese wirkt nämlich nicht nur als Gleitschutz, sondern absorbiert auch die Abrollbewegungen des Fusses und schont so den Teppich.

SYNTHETISCHE UND NATÜRLICHE FARBEN

 

Seit synthetische Farben in den Orient gelangt sind, haben sie die Naturfarben immer stärker verdrängt. Synthetische Farben sind oft billiger, einfacher zu handhaben und bieten eine reichere Farbpalette an. Die Herstellung natürlicher Farben braucht hingegen viel Zeit und Wissen, das zum Teil verloren gegangen ist. Anilinfarben haben am Ende des letzten Jahrhunderts schnell den Markt erobert. Eine schlechte Entwicklung aus zwei Gründen: Zum einen waren die Farben hässlich und wenig farbfest. Zum andern wissen die Leute nicht wie anwenden. Anilin wird bei uns nur noch in der Herstellung von Kohlepapier verwendet. In der Teppichbranche braucht man es heute noch für Reparaturen oder zur Herstellung von Teppichen sehr schlechter Qualität.

 

Mit der Zeit wurden die Anilinfarben durch Chromfarben ersetzt, welche eine sehr gute Qualität aufweisen, wenn sie korrekt verwendet werden. Sie sind übrigens lichtechter als natürliche Farben. Alle indischen und chinesischen Teppiche enthalten Chromfarbstoffe. Hingegen ist die Qualität der Färbemittel, die in der Türkei oder im Iran verwendet werden, sehr unterschiedlich. Die natürlichen Farben sind von guter Qualität. Doch bleichen bestimmte synthetische Farben schnell aus, wenn man sie dem Licht aussetzt. Und das ist auch so gewollt: Die Einkäufer lieben nämlich leicht ausgebleichte Farbtöne, und es genügt, den Teppich eine Zeit lang an die Sonne zu legen, damit die Farben verblassen. Leider lässt sich dieser Prozess nicht in einem bestimmten Stadium anhalten. Der Teppich bleicht weiter aus, bis er beinahe weiss ist. Aus diesem Grund sind die Anstrengungen begrüssenswert, die in Anatolien und in den Produktionsgebieten der Yamaleh und Gabbeh im Iran unternommen werden, die natürlichen, Farben zu rehabilitieren. Hoffentlich macht ihr Beispiel Schule.

Auch wenn sie mit einer einfacheren Farbpalette auskommen müssen, wirken Teppiche aus Pflanzenfarben harmonischer und vitaler dank ihrer unregelmässigen Farbstruktur. Dagegen wirken die gleichmässigen synthetischen Farben flach und leblos.

TEPPICHGLEITSCHUTZ

 

Haben Sie gewusst, dass...

  • ...in der Schweiz pro Jahr rund 150'000 Personen auf ebenem Boden oder auf Treppen stürzen und sich verletzen?

  • ...600 dieser Unfälle tödlich enden?

  • ...der grösste Teil der Seniorenunfälle im Haushalt Stürze sind?

  • ...rutschende Teppiche mit geringem Aufwand gesichert werden können?

Von Fussböden und Teppichen wird angenommen, dass hauptsächlich das "Hinaufsteigen auf wackelige Stühle" oder "das Gleichgewicht verlieren beim Fensterputzen" zu Stürzen führt. Dem ist nicht so: Die Hälfte der Sturzunfälle ereignet sich auf ebenem Boden. Häufige Ursache dafür sind rutschende Türvorleger, Teppiche, Läufer und "Teppich-Brücken " auf glatten Böden.

Wenn Teppiche beim Betreten wegrutschen, schadhaft sind oder nicht flach auf dem Boden liegen, muss für Abhilfe gesorgt werden. Eine einfache und kostengünstige Massnahme ist das Unterlegen von passenden Gleitschutzmatten, die das Rutschen und die vorzeitige Abnützung verhindern. Zum Teil werden Teppiche und Vorleger bereits bei der Fabrikation mit einer gleithemmenden Rückseite ausgestattet.

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu hat in Zusammenarbeit mit der EMPA ein umfassendes Prüfprogramm für Gleitschutzmaterialien entwickelt. Die von den Herstellern eingereichten Produkte werden einer strengen Laborprüfung unterzogen. 

 

Der Teppichgleitschutz wird geprüft:

  1. im Neuzustand

  2. im verschmutzten Zustand

  3. nach erfolgter Reinigung

  4. nach künstlicher Alterung

 

Gleitschutzmaterial, das die Prüfanforderungen erfüllt, darf mit dem bfu-Gütezeichen "GLISS-STOP" versehen werden.        

Im Fachhandel erhalten Sie eine breite Palette bfu/EMPA-geprüfter "GLISS-STOP"- Teppichgleitschutzunterlagen.

Die bfu und die EMPA empfehlen, schon beim Einkauf den oft lebenswichtigen Aspekt Sicherheit zu berücksichtigen.

TEPPICH-UNTERSUCHUNG

Ihr Orientteppich bewahrt ein Leben lang seine ursprüngliche Frische, wenn Sie ihn regelmässig auf folgende Punkte kontrollieren:

VERSCHMUTZUNG

Schmutz und Staub beeinträchtigen nicht nur das Aussehen des Teppichs, sondern behindern auch die freie Bewegung der feinen Florfasern. Damit erhöht sich das Risiko für Mottenfrass. Wenn die Fasern des Flors verklebt sind und sich kleine Staubwolken beim leichten Klopfen aus dem Teppich lösen, ist eine fachgerechte Reinigung angesagt, bei welcher der ganze Teppich sorgfältig gewaschen und wieder getrocknet wird.

FRANSEN

An beiden Längsseiten bilden die Fransen die Abschlüsse der Kettfäden. Das Ausfransen wird verhindert, indem die Kettfäden verknotet oder mit einem starken Zwirn am Ende der letzten Knotenreihe arretiert werden. Wenn sich dieser Abschluss aufzulösen beginnt, so öffnen sich auch bald die ersten Knotenreihen. Defekte Fransen beeinträchtigen das Aussehen und den Wert eines Teppichs. Viele alte Teppiche haben kaum noch Fransen. Überprüfen Sie deshalb den Zustand der Fransen Ihres Teppichs. Schauen Sie:

  • ob sie noch fest verknotet sind und

  • ob der Arretierfaden noch intakt ist.
     

Reparaturen in diesem Stadium kosten wenig und sichern den Wert Ihres Teppichs. Wenn sich aber die ersten Knotenreihen bereits gelöst haben, wird das Gesamtbild des Teppichs empfindlich gestört und die Reparatur ist aufwändiger. Zu lange Fransen können Sie ohne weiteres auf die gleiche Länge kürzen, um einer unregelmässigen Abnützung vorzubeugen.

DIE SCHIRASI

Die mit Wolle umwickelten Ränder auf beiden Längsseiten werden Schirasi genannt. Sie dienen der Verstärkung der seitlichen Kettfäden. Dieser oft aus Wolle minderer Qualität hergestellte Abschluss ist einer besonders starken Abnützung ausgesetzt.

FALTEN

Falten können sich durch die Bewegung von Kett- und Schussfäden innerhalb des Teppichs bilden. Vor allem wenn Kette und Schuss aus Wolle bestehen. Weist Ihr Teppich solche Falten auf, läuft er Gefahr unregelmässig abgenützt zu werden: Der Flor kann an den exponierten Stellen bis auf die Kette abgewetzt werden. Durch Waschen und Strecken in der Spezialreinigung glätten sich die Falten. In schweren Fällen wird das überschüssige Material herausgeschnitten und der Teppich sorgfältig wieder zusammengesetzt.

MILBEN UND ALLERGIEN

 

Seit es Menschen gibt, gibt es auch Allergien. Prinzipiell kann jeder körperfremde Stoff eine Allergie, also eine Überreaktion des Körpers auslösen. Für die meisten Menschen sind Hausstaubmilben ungefährlich, da sie keine Krankheiten übertragen. Sie leben seit eh und je in den Wohnungen der Menschen. Probleme können nur bei entsprechend veranlagten Personen entstehen, die auf Allergien, die in den Ausscheidungen der Hausstaubmilben vorhanden sind, reagieren. Für das Vorkommen von Hausstaubmilben ist nicht, wie oft behauptet wird, der Teppichboden, sondern das Raumklima ausschlaggebend. Hausstaubmilben fühlen sich nämlich bei hoher Luftfeuchtigkeit von 70 Prozent und hoher Raumtemperatur von 25 Grad Celsius besonders wohl. Untersuchungen haben ergeben, dass insbesondere der Bettbereich eine Lebensgrundlage für Milben bietet. Von dort und von textilen Polstermöbeln aus können die Milben auf den Fussboden gelangen. Die Art des Bodenbelages, ob Teppichboden oder glatter Bodenbelag, spielt keine Rolle.

Gepflegte Teppiche bilden keinen Nährboden für Keime und Bakterien.

 

Die Empfehlung, bei einer Sensibilisierung auf Hausstaubmilben den Teppich zu entfernen, können wir nach dem heutigen Stand der Forschung nicht aufrecht erhalten. Für den Allergiker gilt prinzipiell, hohe Luftfeuchtigkeit im Raum zu vermeiden. Teppichböden, Polstermöbel, Vorhänge, Matratzen und Bettwaren sollten regelmässig mit dem Staubsauger behandelt werden. Gerade für Hausstauballergiker sind textile Bodenbeläge vorteilhafter als glatte Böden. Denn Teppichböden binden den Staub. Die in jeder Zimmerluft enthaltenen Staubteilchen werden, wenn sie zu Boden sinken, von den Florfasern des Teppichbodens festgehalten. Beim Staubsaugen lassen sich diese Partikel gründlich beseitigen. Eine Studie zeigte, dass der Staubgehalt in Räumen mit Teppichböden um die Hälfte geringer ist als in Zimmern mit glatten Böden.

LAGERUNG VON TEPPICHEN

 

Es kann vorkommen, dass Sie für einen Teppich vorübergehend keine Verwendung haben. Sie müssen ihn also lagern. Wenn Sie nicht ein Minimum an Vorkehrungen treffen, kann diese Lagerung für Ihren Teppich fatale Folgen haben. Die hauptsächlichen Feinde sind Feuchtigkeit und verwüstende Lebewesen.

FEUCHTIGKEIT

Die Feuchtigkeit begünstigt die Entwicklung von Schimmelpilzen. Sie greifen hauptsächlich das Grundgewebe – Kette und Schuss, normalerweise aus Baumwolle oder Seide – Ihres Teppichs an. Diese Feuchtigkeit kann vom Boden stammen, zum Beispiel in einem Keller, oder aber von der Decke, zum Beispiel im Estrich, oder aber durch Kondensation an einer kalten Mauer entstehen.

In einem Raum, in dem die Temperatur und die Feuchtigkeit starken Schwankungen unterliegen, sollten Sie einen Teppich niemals in Plastik verpacken: Wolle hat die Fähigkeit, bis zu 30% ihres Eigengewichts an Wasser aufzusaugen. Dieses Wasser entnimmt sie der Luftfeuchtigkeit. Im Fall einer schnellen Abkühlung kann dieses Wasser im Plastik kondensieren anstatt zu verdampfen.

TIERE

Die verwüstenden Nagetiere, Mäuse und Ratten lieben es, ihre Nester in Teppichen zu bauen, indem sie ein Loch nagen. Es gilt also – gleich wie bei Mardern auch – aufzupassen. Die andere Kategorie der Verwüster sind die Insekten, hauptsächlich die Motten. Saubere Teppiche lieben sie nicht sehr, sie ziehen die gebrauchten vor. Bevor Teppiche zusammengerollt und verwahrt werden, sollte man sie daher immer durch einen Fachmann reinigen und mit einem Mottenschutzmittel behandeln lassen.

ROLLEN ODER ZUSAMMENLEGEN?

Es ist vorteilhaft, einen Teppich zu rollen, und zwar sorgfältig von unten her. Denn der Flor des Teppichs liegt in der Richtung zum unteren Ende des Teppichs. Iranische oder auch türkische Teppiche können jedoch auch zusammengelegt gelagert werden, wenn der Platzbedarf dies erfordert. Die Faltzeichen werden wieder verschwinden. Packen Sie diese Teppiche mit Papier ein und legen Sie Plastik darüber. Wichtig: Prüfen Sie diese Teppiche mindestens einmal pro Jahr.

DARF MAN SEINE TEPPICHE IM SCHNEE KLOPFEN?

 

Die Teppiche ausgebreitet auf sauberem Schnee auszuklopfen, ist eine der am häufigsten zirkulierenden Geschichten der Teppichpflege. Viele Kunden fragen uns immer wieder, ob dies eine gute Methode sei und ob sie Gefahren berge. Ein Teil des Rufs dieser Technik ist sicherlich anekdotisch. Betrachtet man die Farbe des Schnees, der durch den aus dem Teppich herausgefallenen Staub verschmutzt wurde, schliesst man daraus, dass die Reinigung effizient war, der Teppich also sauber ist. Prosaisch betrachtet, liegt das Interesse an dieser Methode anderswo: Der Schnee erlaubt ein effizientes Teppichklopfen. Da er genügend weich ist verhindert er, dass der Teppich zwischen einer harten Fläche und dem Klopfer eingeklemmt wird. Der Schnee schliesst den Staub ein und verhindert, dass dieser herumfliegt und sich anderswo niederlegt. Die kleine Menge Feuchtigkeit, die der noch warme Teppich geschmolzen hat, quillt den Flor auf und belebt die Farben des Teppichs. In der Menge des Schmelzwassers sowie der Geschwindigkeit, in der dieses den Teppichflor nässt, liegen auch die Grenzen und Gefahren dieser Methode.

Wenn sich die Garnspitzen des Flors zu schnell benetzen, verbindet sich der Staub mit dem Flormaterial und verklebt dieses. Dies verhindert, dass der darunter liegende Staub austreten kann. Sind Kette und Schuss des Teppichs aus Wolle und die Feuchtigkeit erreicht dieses Grundgewebe, besteht das Risiko, dass der Teppich Wellen bildet; als Folge muss der Teppich gespannt werden. Lassen Sie daher dem Teppich Zeit sich der Aussentemperatur anzupassen, indem Sie ihn am Vortag auf den Balkon oder in einen ungeheizten Raum legen.

Natürlich muss der Teppich nach dem Klopfen so rasch als möglich flach in einem geheizten Raum ausgelegt werden. Ausserdem sollten Sie den Flor sorgfältig in die richtige Richtung bürsten. Vergessen Sie nicht, dass der trocken schon schwere Teppich feucht noch viel schwerer ist. In jedem Fall ist der getrocknete Teppich nochmals intensiv quer zum Flor zu saugen, um die Florspitzen von einander zu trennen und den durch die Feuchtigkeit kleben gebliebenen Staub zu entfernen.

 

Vielleicht weniger ökologisch, aber mit weniger Risik kann das gleiche Resultat erzielt werden, indem der Teppich auf der Vorder- und Rückseite intensiv mit einem Klopfsauger gereinigt und anschliessend mit einem Extraktionssauger und leicht saurem Wasser behandelt wird.

TEPPICHREPARATUREN IN DER TÜRKEI

 

Mit viel Freude haben Sie einen Orientteppich erstanden. Oder Ihre Eltern haben Ihnen ein wertvolles Stück vermacht. Oder Sie haben aus dem Nachlass eines Verwandten den Teppich geerbt, auf dem Sie als Kind mit den Holzautos gespielt haben. Ausgerechnet einem dieser Stücke passiert ein Unglück! Ein Wasserschaden in Ihrer Abwesenheit, die Wolle kann unter einem Möbelstück nicht austrocknen und modert. Oder der noch junge Hund hat Spass daran, hinter ihrem Rücken seine Zähne an den Enden Ihres Lieblingsstücks auszuprobieren. Oder das Erbstück ist durch den jahrelangen Gebrauch stellenweise abgetreten. Der Möglichkeiten, wie Ihr Teppich zu Schaden kommen kann, sind viele. Was nun?

REPARATUREN SIND AUFWENDIG

Wir Teppichfachgeschäfte sind für solche Fälle vorbereitet. Viele von uns haben ein eigenes Restaurationsatelier mit ausgebildeten Mitarbeiterinnen, die den Schaden beheben können. Es zeigt sich aber leider oft, dass die Reparatur viel Zeit in Anspruch nimmt und bei unseren Lohnkosten entsprechend teuer zu stehen kommt.

Wir haben nach günstigeren Möglichkeiten gesucht und arbeiten jetzt mit einem Atelier in Istanbul zusammen. Die türkischen Kunststopfer sind bestens ausgebildet und gewährleisten eine optimale Reparatur. Weil die Lohnkosten um einiges tiefer sind, lohnt sich der Transport dorthin. Und unsere Ateliers bleiben für kleinere Arbeiten frei, die wir gern speditiv für Sie erledigen.

DER FLIEGENDE TEPPICH

Die «Orientreise» Ihres Teppichs wickelt sich folgendermassen ab: Unsere Mitgliederfirmen nehmen den zu reparierenden Teppich an und leiten ihn an die Zentrale weiter, welche die Stücke sammelt und alle vier Monate per Luftfracht nach Istanbul verschickt. Nach Erledigung der Zollformalitäten (Plombieren, Hinterlegen einer Kaution) kann unser Istanbuler Restaurateur die Teppiche für sechs Monate in sein Atelier nehmen. Er sendet eine Offerte an unser Mitglied, welches Sie über die Kosten der Reparatur orientiert. Zu diesem Zeitpunkt können Sie immer noch auf das Instandstellen verzichten; für die angefallenen Spesen müssten Sie allerdings aufkommen.

Sobald alle eingesandten Teppiche fertig restauriert sind, werden sie in die Schweiz zurück gesandt. Mit diesem «Umweg» hoffen wir zum Erhalt Ihrer liebsten Teppiche beizutragen.

DER VERKÄUFER – EIN INFORMATIONSBRUNNEN

Einen Teppich sollte man besser nicht im Selbstbedienungsladen kaufen. Um sich in der unermesslichen Vielfalt an Qualitäten, Stilen und Formaten zurechtzufinden, ist die Beratung durch den Verkäufer unentbehrlich. Zuerst muss man jedoch die dafür geeignete Person finden. Wenn die Überzeugungskraft des Verkäufers Sie geradewegs zum Kaufentschluss führt, kann dies richtig sein. Besser wäre es aber, ein paar Tage Bedenkzeit in Anspruch zu nehmen. Ein seriöser Verkäufer wird Ihnen den Teppich gern zur Ansicht mitgeben und Ihnen die nötige Zeit lassen für Ihre Entscheidung. Wenn Sie von Ihrem Kauf wirklich überzeugt sind, hat diese Dienstleistung seine Position gestärkt!

Erkundigt sich der Verkäufer zuerst einmal nach Ihren Bedürfnissen, versucht er Ihren Geschmack und Ihren Lebensstil herauszufinden, sich ein Bild von Ihrer Einrichtung zu machen und Ihre Erwartungen an einen Teppich zu ergründen, dann werden Sie vorgefasste Meinungen hinter sich lassen. So werden Sie schliesslich Ihrem Teppich begegnen und mit ihm viele Jahre, vielleicht ein ganzes Leben lang, glücklich sein. Während Sie in Träumen schwelgen, bleibt der Verkäufer mit beiden Beinen auf dem Boden. Sind Sie ein Sauberkeitsfanatiker, wird er Ihnen von einem Teppich abraten, auf dem man jedes Stäubchen und Fleckchen sieht. Haben Sie zu Hause eine Kinderschar, empfiehlt er Ihnen sicher kein allzu empfindliches, zartes Exemplar. Ist Ihr vierbeiniger Liebling noch zu jung oder nicht mehr sehr jung, wird er darauf achten, dass der Teppich repariert oder zumindest mühelos gereinigt werden kann. Er denkt für Sie an die Türhöhe, an die Wahl eines vernünftigen Formats, an auszusparende Freiflächen für zukünftige weitere Teppiche, an die Harmonie der Farbtöne und an die Berücksichtigung Ihres persönlichen Einrichtungsstils – niemals aber wird er Ihnen seinen eigenen Geschmack aufzwingen wollen.

WER REINIGT DER SPART

Diesen Werbesatz können Sie an einigen Ladentüren von Orientteppich- Anbietern lesen! Es ist richtig: Teppiche und Flachgewebe verschmutzen unmerklich, aber stetig.

Die Reinigung von Orientteppichen ist für uns als Orientteppich-Anbieter eine Dienstleistung der Kategorie «après vente». Wir vermitteln also Ihre zu reinigenden Teppiche an einen ausgewiesenen Fachmann, der die notwendigen Arbeiten wie Waschen, Spannen, Mottenschutz, Geruchsentfernung, Nachscheren und Nachglänzen ausführt.

Mit dieser Dienstleistung sind allerdings auch einige Risiken verbunden, die verschiedentlich zu Haftungsstreitigkeiten führen.

Ein grosses Unternehmen der Schweizer Reinigungsbranche schreibt in «Allgemeinen Lieferbedingungen»

zum Beispiel: Mängel am eingelieferten Gut: Wir übernehmen keine Verantwortung für Schäden, die durch die Beschaffenheit des eingelieferten Gutes verursacht werden und die wir nicht durch eine einfache fachmännische Warenschau erkennen können (z.B. durch ungenügende Echtheit von Färbungen, frühere unsachgemässe Behandlung und andere verborgene Mängel).

Haftung: Jede Haftung für Schäden, die auf Mängel am eingelieferten Gut zurückzuführen sind, wird abgelehnt. Im übrigen besteht eine Haftung nur insoweit, als sie nachweislich eine Sorgfaltspflicht verletzt hat. Ein allfälliger Schadenersatzanspruch ist auf den Gebrauchswert des Stückes begrenzt, jedoch höchstens auf den 20-fachen Reinigungspreis.

Diese Lieferbedingungen können für uns recht happig werden, wenn wir Sie bei der Annahme des Auftrags nicht auf diese Risiken speziell hinweisen. Tun wir das nämlich nicht, tragen wir als Fachgeschäft Ihnen gegenüber die ganze Verantwortung. Arbeiten wir mit diesem Unternehmen zusammen, gelten diese Haftungsausschlüsse logischerweise auch für uns, eine Regress- Möglichkeit ist somit ausgeschlossen.

 

Hier ein Beispiel: Wir übergeben unserem Reiniger Ihren alten Kaukasen, für welchen Sie vor zehn Jahren Fr. 8 000.– bezahlt haben. Bei der einfachen fachmännischen Warenschau wird der roten Farbe zu wenig Achtung geschenkt. Nach der Wäsche sind alle hellen Stellen rosafarben, der Teppich ist als ganzes unansehnlich. Nach langem Hin und Her ist dem Wäscher eine Verletzung der Sorgfaltspflicht nachzuweisen. Er vergütet Ihnen nun 20 x Fr. 60.–, also lediglich Fr. 1 200.–! Sind Sie mit einer solchen Vergütung zufrieden?

Sie sehen also, dass wir als Fachgeschäfte manchmal Aufträge annehmen, für deren Ausführung auch wir keine Haftung übernehmen können. Nehmen Sie es uns deshalb nicht übel, wenn wir Sie bei der Auftragsannahme bitten, die «Allgemeinen Lieferbedingungen» einzusehen und diese zu unterzeichnen.

Dies alles soll Sie aber nicht entmutigen, denn in den meisten Fällen können wir die Reinigung Ihrer schönsten Stücke zur vollsten Zufriedenheit ausführen.

MAN BESCHÄDIGT IHREN TEPPICH

Man beschädigt Ihren Teppich – was können Sie verlangen?

Ein Gast leert ein Glas Wein auf Ihren Teppich oder der Maler lässt seinen Farbkübel fallen: Wenn Sie keine Kasko-Versicherung haben für Ihren Teppich, müssen Sie sich für eine Entschädigung an die für den Schaden verantwortliche Person richten. Höchstwahrscheinlich hat diese eine Haftpflicht-Versicherung, an die Sie sich zu wenden haben. Aber wie viel Geld können Sie verlangen?

Leider keinen neuen Teppich, ausser Sie haben ihn erst wenige Tage zuvor gekauft, und er ist jetzt vollständig vernichtet. Im Rahmen des Möglichen muss der Verantwortliche das beschädigte Eigentum in die Lage zurückversetzen, in der es vor dem Schadenereignis war. Entweder er repariert das Objekt, sofern dies möglich und auch vernünftig ist, oder aber er bezahlt eine Entschädigung, die den Verlust des beschädigten Objekts ausgleicht. Sie haben also Anrecht auf die Differenz zwischen dem Zeitwert vor und demjenigen nach dem Schadenereignis. Das entspricht dem Marktwert des Teppichs im aktuellen Zustand. Der Zeitwert vor dem Schadenereignis für einen Teppich (ausser Sammlerteppichen) errechnet sich durch die Schätzung der üblichen Lebensdauer (z. B. 20 Jahre) und unter Berücksichtigung der Benützungsdauer (nach 10 Jahren hat dieser Teppich nur noch den halben Wert).

Geht man von der Annahme aus, dass Ihr Teppich mit den Jahren nicht an Wert verliert, wird man den Zustand, in dem er sich befindet (z.B. Gebrauchsspuren, Verschmutzung etc.) zur Ermittlung des Werts, zu dem er verkauft werden könnte, berücksichtigen. Die Kosten für Wäsche und allfällige Restaurationen, die nötig wären, um den Teppich für den Verkauf bereitzustellen, würden also abgezogen. Diese Schätzungen werden immer zum Wert zum Zeitpunkt des Schadenereignisses erstellt. Vergisst Ihr Nachbar über Ihnen, seinen Wasserhahn abzustellen, benachrichtigen Sie – sofern Sie eine haben – Ihre Hausrat-Wasserversicherung. Diese wird Ihnen den Neuwert Ihres Teppichs entschädigen und dann auf die Haftpflicht-Versicherung des Verantwortlichen Regress nehmen.

 

Um Missverständnissen vorzubeugen: Die Hausrat-Versicherungen, die normalerweise Einbruch-, Diebstahl-, Wasser- und Feuerschaden einschliessen (in einigen Kantonen ist die Feuerschaden-Versicherung obligatorisch beim Kanton abzuschliessen), versichern Ihre Teppiche zum Neuwert.

Das ist der Wert zum Zeitpunkt des Schadenereignisses, der im Fall von Preissteigerungen höher als der versicherte Wert sein kann, bei Preissenkungen aber auch tiefer. Die Deckung zum Neuwert soll verhindern, dass Sie bei einem Totalverlust Ihres Hab und Guts nicht einen Teil der Amortisation selber berappen müssen, der möglicherweise Ihre finanziellen Kapazitäten überschreitet.

Zum Schluss noch ein kleiner Hinweis: Eine Inventarliste ist immer nützlich, aber nichts ersetzt Fotos. Machen Sie sofort ein paar Aufnahmen Ihrer Wohnung. Bewahren Sie diese aber ausserhalb Ihrer Wohnung auf, denn im Fall eines Brands würde alles vernichtet. Für detaillierte Informationen lesen Sie die Angaben in Ihrer Versicherungspolice aufmerksam durch.

DIE MISSBRÄUCHLICHE KINDERARBEIT, EIN VERHÄNGNIS?

Die Antwort kann nur nein heissen. Im Angesicht der grossen Armut müssen die Handelsbeziehungen mit den Ländern im Süden neu betrachtet werden. In dem den Erwachsenen gerechte Saläre bezahlt werden und durch die Alphabetisierung und Einschulung der Kinder, kann die Kinderarbeit besiegt werden. Es wird Zeit, dass die Länder des Westens sich für eine veränderte Politik des Austauschs einsetzen und dass die Konsumation ein Akt von verantwortlichen Bürgern wird.

Die missbräuchliche Kinderarbeit, die heute vorwiegend in Ländern des Südens vorkommt, ist nicht unbekannt in unseren Breitengraden. Die alten Zivilisationen (Griechen, Ägypter), die Zünfte des Mittelalters und schliesslich während dem Aufschwung der industriellen Revolution auch die Länder des Nordens; alle nutzten diese billige Handarbeit. In der Schweiz wurde erste Ende des letzten Jahrhunderts die Arbeit unter 16 Jahren per Gesetz verboten und die allgemeine Schulpflicht eingeführt... Entgegen gewisser Vorurteile handelt es sich hierbei nicht um kulturelle Unterschiede. Unsere Vergangenheit in dieser Beziehung ist sehr klar: missbräuchliche Arbeit ist immer ein Synonyme für grosse Armut. Es ist die totale Bedürftigkeit, die vielen hungrigen Mäuler, die Verunmöglichung des Schulbesuchs, die die Eltern zu diesem letzten Schritt zwingen. Ende der neunziger Jahre haben Beispiele von an Knüpfstühlen angeketteten Kindern, vorwiegend aus Indien und Pakistan, den Teppichhandel in Europa und in den USA ins Wanken gebracht. Dieses Medien-Erdbeben hat die nicht-staatlichen Organisationen dazu gebracht, Initiativen zur Bekämpfung dieser Missstände, die nicht nur die Teppichindustrie betreffen, ins Leben zu rufen. Kindersklaverei ist weit verbreitet in der Landwirtschaft, der Industrie (Minen, Kunsthandwerk etc.), der Hausarbeit, der Strassenarbeit, dem Organhandel mit Strassenkindern, der Prostitution und der Kinder-Pornografie. Seit Anfang der achtziger Jahre hat sich die dominierende Position der Länder des Nordens noch verstärkt. Sie wirft viele Bürgerinnen und Bürger des Südens in eine dramatische Situation. Ihr Lebensstandard hat sich weiter verschlechtert, was sie zwingt, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen zu akzeptieren oder, noch schlimmer, ihre Kinder zur Arbeit zu schicken.

 

GERECHTE LÖHNE UND EINSCHULUNG,
WIRKSAME ABWEHR GEGEN DIE MISSBRÄUCHLICHE KINDERARBEIT

Die Zahlung eines gerechten Lohns an die Eltern ermöglicht es diesen, die Bedürfnisse ihrer Familie zu decken und ihre Kinder zur Schule zu schicken. Hilfe ist nötig um die – gemessen an unserem Niveau sehr tiefen – Kosten der Einschulung zu bezahlen, weil sie oft die Möglichkeiten der Eltern überschreiten. Um diese Situation zu verbessern, sind heute viele nicht-staatliche Organisationen aus Europa und Amerika in den Ländern des Südens aktiv. Sie haben verschiedene Labels kreiert, die es ermöglichen, gegen die missbräuchliche Kinderarbeit zu kämpfen und menschenwürdige und umweltgerechte Arbeitsbedingungen zu fördern. Sie haben auch unabhängige Kontrollen eingesetzt, die vor Ort die Respektierung von Verhaltenskodexes durchsetzen. Diese Kontrollen basieren auf der Grundlage der Partnerschaft. Bei diesem Ansatz ist es die primäre Aufgabe der für die Kontrolle Verantwortlichen, alle in der Arbeitskette verbundenen Beteiligten über ihre Rechte und Pflichten zu informieren.

WAS KANN DER KONSUMENT TUN?

In der Schweiz arbeitet die Stiftung STEP (gegründet von sechs Entwicklungsorganisationen und einer Organisation des Teppichhandels, in der Startphase unterstützt durch die Eidgenossenschaft) auf der Basis eines Verhaltenskodex, der die Gesamtheit des Teppiche anbietenden Lizenznehmers engagiert. Dieser verpflichtet sich, den Verhaltenskodex auf jeder Stufe seines Einkaufs anzuwenden. Zusätzlich meldet er in transparenter Weise alle nützlichen Informationen über seine Lieferanten. In den Produzentenländern werden unabhängige Kontrollen von lokalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung durchgeführt. In Zusammenarbeit mit lokalen und schweizerischen Hilfsorganisationen unterstützt die Stiftung STEP etwa zwanzig Projekte in den Teppich-produzierenden Regionen. Konsumentinnen und Konsumenten können Händlern, die Träger dieses Labels sind, das ihr Engagement für menschen- und umweltgerechte Herstellungsbedingungen sowie die Bekämpfung von missbräuchlicher Kinderarbeit bestätigt, den Vorzug geben.

 

FÜR WEITERE INFORMATIONEN

Stiftung STEP, Monbijoustrasse 29, 3001 Bern

Tel: 031 382 77 88

Fax: 031 382 75 85

E-mail: step@step-foundation.ch

www.step-foundation.ch

ZWISCHEN TÜR UND TEPPICH

Ärgerlich: Der Teppich passt nicht unter der Türe durch! Aber keine Panik, man findet fast immer eine Lösung.

In neueren Gebäuden wurden oft die Türschwellen weggelassen, oder die Böden wurden bei Renovationen durch eine Aufdoppelung erhöht. Man hat bereits einen Spannteppich verlegt und möchte ihn nun noch mit einem schönen Orientteppich schmücken. Aber aus diversen Gründen sind die Türen oft zu tief gelegt, und der Zwischenraum zwischen dem Boden und der Unterkante der Türe ist zu klein.

Wenn nur einige Millimeter fehlen, besteht die einfachste Lösung darin, die Türe leicht zu erhöhen. In den meisten Fällen existiert ein kleiner Zwischenraum zwischen der Oberkante der Türe und dem Türrahmen. Wenn Sie die Türe aus den Angeln heben können, genügt es, eine oder mehrere Unterlagscheiben (in einer Eisenwarenhandlung erhältlich, aber Achtung: Es gibt verschiedene Durchmesser und unterschiedliche Materialien!) auf die Türangeln zu legen. Dies kann allerdings zur Folge haben, dass das Schloss nicht mehr korrekt zuschnappt. In diesem Fall genügt es meist, mit einer Feile die Öffnung des Schlosses nach oben zu vergrössern.

Sollte diese Technik nicht möglich sein, muss die Türe abgehobelt oder abgesägt werden. Wenn Sie Bastler und entsprechend ausgerüstet sind, hier einige nützliche Hinweise:

Wenn Sie die Türe unten mit der Säge verkürzen müssen, unterschätzen Sie die Höhe des Teppichs nicht. Ein Nachsägen von einem zusätzlichen Millimeter ist schwierig.

Bevor Sie mit dem Sägen beginnen und um das Absplittern zu vermeiden, schneiden Sie die Oberfläche der Türe mit einem Messer ca. 1 mm tief ein, und dies etwa einen halben Millimeter oberhalb der zu sägenden Linie.

Um Durchzug zu verhindern, können Sie danach die Türschwelle wieder erhöhen. Man findet in Do-it-yourself-Läden auch einziehbare Systeme, die sich in die Tür-Unterkante einbauen lassen und sich beim Schliessen der Türe senken.

Schwieriger sind die gepanzerten Türen, die nicht gesägt oder gehobelt werden können. Dafür gibt es Systeme, welche die Türe beim Öffnen heben. Es kann sich dabei um Türangeln mit einer schiefen Oberkante oder um am Türrahmen und an der Türe befestigte Gelenkpfannen, die mit einer Querstange verbunden werden, handeln (Achtung: Durch das Gewicht der Türe schliesst sich diese von selbst; lassen Sie den Schlüssel also nicht in der Wohnung liegen!).

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